Plakat Bevor es Nacht wirdBevor es Nacht wird - Before night falls | Originaltitel: Antes que anochezca | Produktion: USA 2000 | Dauer: 133 Minuten | Besucher: 27942
Starttermin: Starttermin, Deutschland: 29.01.2004
Genres: Biographie, Drama
Bewertungen: Audrey: 8.0 | ZONNEY: 6.0 | Jasmyn: 5.5

Cast: Crew:
Javier BardemReinaldo Arenas
Sean PennCuco Sánchez
Johnny DeppBon Bon/Lieutenant Victor
Olivier MartinezLázaro Gómez Carriles
Regisseur
Julian Schnabel
Filmmusik
Ennio Morricone





Autor: Jasmyn | 14.12.2003 - 11:19:43
Kritik
gut war: schlecht war:
  • hervorragende Besetzung
  • leider nur mit deutschem Untertitel
  • etwas langatmig
  • teilweise perverse Szenen


  • die Story:

    Ein episodenhafter Blick auf das Leben des kubanischen Dichters Reinaldo Arenas (1943-1990) von seiner Kindheit in der Provinz Oriente bis zu seinem Tod in New York City.
    Er schließt sich Castros Rebellen an. 1964 trifft Reinaldo in Havana Pepe wieder, seinen ehemaligen Geliebten --ihre Hass-Liebe zueinander währt schon Jahre.

    Aber offene Homosexualität wird von der Regierung nicht toleriert. Zwei Jahre verbringt Reinaldo im Gefängnis, schreibt Briefe für seine Mithäftlinge und schmuggelt einen Roman aus der Zelle.

    Schließlich gelingt ihm zusammen mit seinem neuen Freund Làzaro Gomes Garriles die Flucht aus Kuba. Gemeinsam fristen sie ein Leben in Armut in New York City.

    Wenn ihn jemand fragte, warum er schreibe, antwortete er lächelnd "Rache"...
    Autor: Audrey | 17.12.2003 - 13:26:49
    Kurzkritik
    Reinaldo Arenas hatte es schon als Kind nicht leicht. Als unehelicher Sohn auf dem Land fängt er auch noch an zu dichten statt hart zu arbeiten. Einzig seine Lehrerin erkennt und unterstützt sein Talent. Da ist es natürlich eine große Befreiung, als die Revolution durch's Land zieht und er mit den Revolutionären als frühreifer Bub in die Großstadt Havanna einzieht. Dort findet er endlich Freunde, erkennt, daß er schwul ist und hat Erfolg mit einem Buch über seine Kindheit. Der Beginn der 60er Jahre scheint seine schönste Zeit, wo er sich unbeschwert mit anderen Schwulen am Strand vergnügen kann, alle Klassenschranken aufgehoben scheinen und auch konservative Einflüsse vergessen sind. Doch nach ein paar Jahren wird die Regierung um Castro paranoid und Schwule und Schriftsteller zunehmend suspekt. Schwulenfeindlichkeit von Seiten ein paar frecher Jungs bringen Reinaldo in arge Bedrängnis, so daß er versucht, auf einem Autoreifen zu fliehen. Doch bevor Kuba eine Reihe unerwünschter Bürger ausreisen läßt, muß er ein paar schreckliche Jahre im Gefängnis durchstehen...
    Eindrucksvoll und in ruhigen, schönen Bildern schildert Julian Schnabel Arenas' Biographie, die bis auf die kurze heitere Episode Anfang der 60er Jahre großes Drama liefert. Die Darsteller wissen zu überzeugen, wobei Gastauftritte von Johnny Depp und Sean Penn zusätzlich erfreuen. Doch nicht nur das bewegende Schicksal des Dichters ist sehenswert, es wird auch ein Einblick in einige Jahrzehnte kubanischer Geschichte gewährt.



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    Kai: wie ist denn... erstellt am: 14.12.2003 - 02:12:43
    ... die Musik von Altmeister Ennio Morricone?
    Jasmyn: Re: wie ist denn... erstellt am: 14.12.2003 - 11:09:37
    ich weiß nicht mehr genau, hab mehr auf den deutschen untertitel geachtet, als auf die musik, da es den film nur auf spanisch mit deutschem untertitel gibt
    Audrey: Re: wie ist denn... erstellt am: 15.12.2003 - 13:57:37
    Kommt mir bekannt vor, ich muss den mal vor ein paar Jahren auf dem Filmfest München gesehen haben, werd ich mal recherchieren...
    Wenn es der ist, den ich meine, werde ich ihm mehr Punkte geben.
    Orginal mit Untertiteln stände bei mir auch unter + und perverse Szenen? Mei, des isch halt'n Schwulenfilm! ;-)
    Und wenn mich nicht alles täuscht, lief der auch dieses Jahr hier auf dem Schwul-Lesbischen Filmfest...
    Audrey: Re: wie ist denn... erstellt am: 17.12.2003 - 13:05:40
    Also, ich hab's gefunden, es war 2001 auf dem Filmfest München.

    Mein Fazit war seinerzeit: gut gespielt, recht eindrucksvoll.

    Ich versuch mich mal an einer Kurzkritik....
    Audrey: Re: wie ist denn... erstellt am: 17.12.2003 - 13:29:57
    Ach, zur Musik hab ich jetzt gar nix gesagt. Wenn ich mich recht erinnere, dem Drama entsprechend, eher schwer und zusätzlich bedrückend.
    anonymous: RE: Kritik Jasmyn erstellt am: 25.08.2006 - 00:40:22
    Autor: Duke oZulu (dukeofrise@gmx.at)

    Sie haben recht, der Film war hervoragend besetzt. Die Punkte "langatmig" und "teilweise perverse Szenen", kann ich als solches jedoch nicht bestätigen. Beides sind natürlich sehr subjektive Meinungen, die bei den jeweiligen Betrachtern stark variieren werden und ich akzeptiere diese. Allerdings kann bin ich soweit von ihrem Standpunkt entfernt, dass ich nicht begreifen kann, wie die tragische, komische, unterhaltsame wie stark politische Geschichte eines so intensiven Lebens als "langatmig" bezeichnet werden kann. Ich hatte eher den Eindruck, Julian Schnabel hatte Schwierigkeiten, alles Erzählenswerte unterzubringen.

    Den Punkt "perverse Szenen" missbillige ich hingegen völlig. Da es sich ausschließlich um homoerotische Szenen handeln kann - welche sie ansprechen -da der Protagonist nun einmal homosexuell war und dies scheinbar eines seiner wesentlichen Lebenselemente war, kann ich mich dem Eindruck nicht erwehren, dass sie Homosexualität und/oder Sex ansich als "pervers" ansehen. Ich glaube allerdings nicht, dass man die Liebes- und Erotikszenen eines billigen Actionstreifens, welche in der Regel heterosexueller Natur sind (und machoider Neurosen entspringen) ja als "pervers" bezeichnet werden.

    Nur um zu erinnern und zu vergegenwärtigen, dass es einst ein Zeitalter der Aufklärung gab: "pervers": lat. perversio „die Verdrehung, die Umkehrung", als Gegenteil vorherrschender Moralvorstellungen, aber auch als Bezeichnung für Unnatürliches in Verwendung.
    sverige: RE: wie ist denn... erstellt am: 08.02.2007 - 01:19:09
    ich kann mich dir nur anschließen, obwohl ich sogar so weit gehe zu sagen, dass die kritik an den "perversen szenen" absolut unmöglich und engstirnig ist. diese szenen(und es soll sich wohl zweifelsfrei um die homoerotischen szenen handeln) sind meiner meinung nach ziemlich harmlos. es gibt weitaus brisanteres (heterosexuelles!) in der von jasmyn gern gesehenen serie "sex and the city". ich kann einfach nicht ertragen dass leute homosexualität immernoch als pervers ansehen. jasmyns beitrag habe ich jedenfalls so verstanden.


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