Plakat DuellDuell - Enemy at the gates | Originaltitel: Enemy at the gates | Produktion: 2001 | Dauer: 130 Minuten | Besucher: 12052
Starttermin: Starttermin, Deutschland: 15.03.2001
Genres: Kriegsfilm, Thriller
Bewertungen: Saufbruader: 8.5 | willtippin: 8.0 | cooltommy: 7.5 | alliance1979: 7.5 | dreamfall: 7.5 | Sebi: 7.0 | Sandmann: 7.0 | j.warrior: 7.0 | Paxton: 5.5

Bewertungsübersicht:
Gesamteindruck: 7.28 (9)

Cast: Crew:
Jude LawVassili Zaitsev
Ed HarrisMaj. König
Rachel WeiszTania Chernova
Joseph FiennesCommisar Danilov
Bob HoskinsNikita Khrushchov
Ron PerlmanKoulikov
Eva MattesMother Filipov
Matthias HabichGen. Paulus
Regisseur
Jean-Jacques Annaud
Filmmusik
James Horner
Schnitt
Steven Rosenblum

Autor: Sandmann | 09.10.2001
Kritik
gut war: schlecht war:
  • Special Effects
  • gute Musik ( James Horner )
  • Ed Harris als Major König
  • zu durchsichtige Story
  • Jude Law als Vasili Zaitsev
  • das Ende


  • die Story:

    Wir schreiben das Jahr 1942. Die Wehrmacht hat den Großteil Europas unter ihre Kontrolle gebracht und steht nun vor den Toren Stalingrads. Der Russe mobilisiert seine letzten Reserven und wirft alle verfügbaren Soldaten in die Schlacht. Darunter auch Vasili Zaitsev ( Jude Law ). Im Schlachtgetümmel wird er von seinen Genossen getrennt und trifft auf den jungen Politoffizier Danilov ( Joseph Fiennes ). Als Vasili einen deutschen Offizier nach dem anderen ausknipst, erkennt Danilov, welches Potential in ihm steckt und baut ihn zum Nationalhelden auf, um die angeschlagene Moral der russischen Soldaten zu stärken. In Deutschland bleiben Vasilis Taten natürlich nicht ungehört, und so schickt das deutsche Oberkommando Major König ( Ed Harris ), den besten Scharfschützen des Deutschen Reiches, um Vasili auszuschalten...

    die Kritik:

    Duell ist kein typischer Kriegsfilm. Hier stellt die Schlacht um Stalingrad nur die Rahmenhandlung für die eigentliche Geschichte dar - Das Duell zweier Soldaten. Was die technische Umsetzung angeht, kann sich der Film durchaus mit den amerikanischen Produktionen messen. Die Special Effects und die Ausrüstung der Soldaten sehen ziemlich realistisch aus. Der Grossteil des Budgets dürfte allerdings in den ersten 20 Minuten verblasen worden sein, denn den Rest des Filmes hätte man auch in ´ner Lagerhalle von „Kunststoff Christel“ drehen können. Die Musik gefällt mir wiederum sehr gut, typisch James Horner eben. An manchen Stellen wirkt sie jedoch mit ihren Chorälen etwas zu feierlich und damit unpassend. Apropos unpassend: Mehr als unpassend wirkt auch die Sexszene zwischen Tania und Vasili, die sich fröhlich ungeniert zwischen verwundeten und schlafenden Kameraden lieben. Was die Schauspieler betrifft, hat mich eigentlich nur Ed Harris überzeugt. Er verkörpert die teutonische Kampfmaschine sehr gut. Jude Law dagegen wirkt irgendwie zu hübsch für einen russischen Schäfer aus dem Ural. Er erinnert mich irgendwie an den Liebesroboter aus A.I. Naja, und Rachel Weisz sieht halt hübsch aus, aber mehr auch nicht. Ron Perlman ( bekannt als Quasimodo aus „Der Name der Rose“ ) kommt eigentlich gar nicht richtig zum Schauspielern, da fängt er sich schon eine Kugel von Major König ein. Kommen wir nun zur Story. Vasili Zaitsev hat es wirklich gegeben. Wer will kann sein Gewehr heute noch im Museum begutachten, was natürlich nicht heißen soll, dass die komplette Geschichte samt Major König wahr ist. Der wahre Hintergrund ändert leider nichts daran, dass die Story viel zu offensichtlich ist. Es ist schon sehr früh klar, dass es eine Dreiecksbeziehung um die schöne Tania geben wird, und dass sich dadurch Vasili und Danilov in die Quere kommen. Der absolute Abschuss ist aber das Ende. Dass Major König getötet werden musste, war ja klar, aber bitte nicht so. Vasili hatte die ganze Zeit über keine Chance gegen den haushoch überlegenen deutschen Scharfschützen. Das zeigt sich unter anderem darin, dass Koulikov ( Ron Perlman ), der vor dem Überfall der Deutschen auf Russland Major Königs bester Schüler war und nun mit Vasili kämpft, prompt vom Deutschen ein zusätzliches Loch verpasst bekommt, und das obwohl er ja angeblich sämtliche Tricks des Deutschen kennt. Man hat ständig das Gefühl, dass König doch eigentlich gewinnen MUSS, so gut wie er sein Handwerk versteht. Um so enttäuschender ist dann das Ende. Major König sitzt seelenruhig in seinem Versteck, dass sich unklugerweise in einem mit Blechen abgedeckten Krater befindet, anstatt in einem zerstörtem Haus oder ähnlichem. Am helllichten Tag überkommt ihn plötzlich das dringende Bedürfnis, aus seinem Versteck zu kriechen. Natürlich kommt er nicht weit, denn hinter einem Waggon steht bereits Vasili in ca. 30 Meter Entfernung und erschießt ihn. Was hat er denn hinter dem Waggon bitteschön gemacht? Reichlich unbequem, stehend auf sein Opfer zu warten, würde ich sagen. Einfach lächerlich so was. Die ganze Zeit über keine blasse Chance gehabt und dann so ein Ende. Da hätte er genauso gut durch einen Kugelblitz oder einen Vulkanausbruch ums Leben kommen können. Hat ihn der Russe etwa mit Telekinese aus seinem Loch gelockt oder wie? Wie aus dem Handbuch für gelungene Happy Ends abgeschrieben, bekommt Vasili, sozusagen als Preis, die schöne Tania und Danilov der unglücklich Verliebte stirbt. Ach wie tragisch! Die Story könnte sich auch alleine auf die beiden Scharfschützen konzentrieren, aber nein, die Frauen die von ihren Männern gezwungen werden den Film anzukucken, wollen ja auch was für ihr Geld sehen. Fazit: Der Film hat gute Ansätze und wird vor allem nicht als Propagandamittel missbraucht wie andere Kriegsfilme, aber leider hakt es, wie allzu oft, an der Story und vor allem am Ende.
    Autor: Sebi | 02.11.2001
    Kurzkritik
    Der Name ist Programm, eingebettet in die Schlacht um Stalingrad, erzählt dieser Film das Duell zweier Männer, zweier Soldaten, gezwungen sich zu duellieren, da ihre Befehlshaber diese Propagandaschlacht nicht verlieren wollen. Vasili, von den Russen als Volksheld dargestellt, muss von den Deutschen beseitigt werde, um den Kampfeswillen der Verteidiger Stalingrads einbrechen zu lassen.
    Trotz seiner Vorhersehbarkeit scheint der Film eigentlich recht gelungen, nur wird für meinen Geschmack Vasilis Beziehung zu Tania etwas unpassend aufgebauscht, aber dafür der sich daraus zwangsweise ergebene Konflikt Vasilis mit seinem Freund Danilow so gut wie garnicht dargestellt. Lächerlicherweise hilft Danilow Vasili am Ende sogar noch, trotz seines Hasses auf diesen.
    Wo wir schon beim dicksten Minuspunkt wären, dem Ende. (Vorsicht Spoiler!) Wie schon in der Kritik Sandmanns beschrieben, ist es einfach lächerlich. Als erstes das Beinahe Erledigen Vasilis durch König, nur verhindert, da ein Leichenfledderer den eingeschlafenen Vasili für tot hält (Und König in der Schussbahn steht). König sollte es eigentlich besser wissen, unternimmt aber nichts um genauer zu untersuchen ob dies tatsächlich Vasili war. Doch es wird noch besser, kurz darauf opfert sich Danilow für Vasili, um ihm den Standort Königs zu verraten. Abgesehen davon, dass man dadurch wohl nur den ungefähren Standort bestimmen kann (die Scharfschützen im Film finden seltsamerweise die Stellen dann sofort), passiert erstmal nichts. König, sichtlich unruhig denkt aber wohl das Vasili leichsinnig genug war seinen Kopf da einfach so herauszustrecken. Obwohl er es besser weiss (man sieht Königs Geduld und Kaltblütigkeit an einigen Stellen im Film) und Vasili auch sonst überlegen erscheint, steigt er trotzdem aus seinem Versteck, doch wird er nicht gleich niedergeschossen, erst läuft er dem aufrecht stehenden und "sehr gut" verstecktem Vasili über den Weg und lässt sich dann einfach so niederstrecken. Ein lächerliches Ende, dass beinahe droht den gesamten Film kaputt zumachen und diesen sehr in seiner Wertung drückt. Aber nicht zu vergessen das Happy End, als Tania und Vasili sich wiedersehen, das hätte wirklich nicht sein müssen.
    In diesem Sinne, trotz des Endes, ein recht kurzweilig unterhaltsamer Film, in dem nicht nur die Deutschen als Kriegsverbrecher gezeigt werden, sondern auch dargestellt wird, dass die Gegenseite genau so schlimm war (Russen verheizen gnadenlos "Menschenmaterial" und schiessen auf eigene Leute, die sich zurückziehen wollen etc.).



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