Iris | Originaltitel: Iris | Produktion: USA, Großbritannien 2001 | Dauer: 90 Minuten | Besucher: 10772
Starttermin: Starttermin, Deutschland: 16.05.2002 | Starttermin, International (Produktionsland): 14.12.2001
Genres: Drama
Bewertungen: Audrey: 8.5 | UHU: 5.0 | Mori: 3.5 | Franky: 2.5 | Peti: 2.5 | cooltommy: 2.0
Bewertungsübersicht:
Gesamteindruck: 4 (6)
| Cast: | Crew: | |||||||||||||||||||||||
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Kritik
| gut war: | schlecht war: |
| hervorragende Darsteller
Konstruktion der Rückblenden realistische Schilderung der Alzheimer-Symptomatik |
John Bayley wirkt etwas zu trottelig
mehr biographischer Hintergrund wäre schön gewesen |
die Story:
Titelgebende Hauptfigur dieses Films ist die englische Schriftstellerin Iris Murdoch, die 1999 im Alter von 80 Jahren an Alzheimer starb. Diese Krankheit und wie sie einen Menschen verändert, steht im Zentrum dieses Films. Gleichzeitig lernt man auch ein bißchen die außergewöhnliche Schriftstellerin und Philosophin kennen und ihren Ehemann John Bayley, auf dessen Bücher das Drehbuch basiert. Vieles wird nur angedeutet und Bayley soll sich bei Regisseur Richard Eyre für dessen großes Taktgefühl bedankt haben. Dennoch wird deutlich, daß es nicht immer einfach war, diese faszinierende Frau zu lieben, die ständig irgendwie in ihrer eigenen Welt (in ihrem Kopf) lebte und sich auch die Freiheit nahm, LiebhaberInnen zu genießen. Daß er lernte, sich damit abzufinden und ihr größter Bewunderer war, wird gleich zu Beginn des Films deutlich. Kurz vor Ausbruch der Krankheit ist Iris noch sehr aktiv von einem Vortrag zum anderen unterwegs mit ihrem Mann als strahlendem Zuschauer. Iris war immer die ernstere, nachdenklichere. So ist auch sie es selbst, die bemerkt, daß ihr Gedächtnis nicht mehr funktioniert und das Problem rational erfaßt und sich beim Arzt für dessen Ehrlichkeit bedankt, als ihr die hoffnungslose Diagnose unterbreitet wird. Ihr Ehemann will es lange nicht wahr haben und versucht das Problem weg zu scherzen. Je mehr das Kurzzeitgedächtnis verloren geht, um so mehr schwelgt Iris in Erinnerungen, und so erfahren wir von ihren Anfängen und wie sich die beiden kennen und lieben lernten.
die Kritik:
Zeitzeugen haben die Ehe von Iris Murdoch und John Bayley immer als außergewöhnlich glücklich geschildert, zwei die sich prima ergänzen. Beide lieben es zu philosophieren und mit Worten zu spielen. Gerade John Bayley muß ein sehr gewitzter Spaßvogel sein. Kate Winslet soll zwar viel zu hübsch sein im Vergleich zur echten Iris, aber ihr Wesen ganz gut treffen. Sowieso hat man es hier mit hervorragenden Schauspielern zu tun. Judi Dench ist die realistische Schilderung des Krankheitsbildes zu verdanken. Jim Broadbent, der den alten John Bayley spielt, lebt extreme Emotionen intensiv aus. Daß diese Figur auch in jungen Jahren schon einiges trotteliger wirkt als der echte John Bayley, der zwar durchaus stottert, aber durch seinen intelligenten Witz auffällt, liegt wohl an seiner bescheidenen, selbstkritischen Beschreibung in den Büchern, die das Drehbuch kritiklos übernimmt. In jedem Fall halte ich den Film für sehenswert, und er hat mich neugierig auf die Bücher, vor allem auch die von Iris Murdoch selbst, gemacht.
Kurzkritik
'Man sieht an den Reaktionen über diese Film sehr gut, dass es schwer ist "schwer-verdauliche" nicht-mainstream Filme zu machen und damit auch anzukommen. Ich zitiere mal einen Zuschauer nach dem Film: "Mc Donalds war gut!".
Dies zeigt wohl, wie der typische Popcorn Mensch auf Filme solcher Art reagiert. Sollte man aber etwas sensibler auf Filme reagieren, so kann man dem Regiesseur nur zu seiner brillianten Art des Dokumentierens gratulieren.
Jede Kameraeinstellung, jede noch so "dumme" Dialog, die Badeszenen und jede noch so auf den ersten Blick banal wirkende Szene hilft dabei die Wirkung dieses Filmes voll entfalten zu lassen.
Dies ist zwar kein Film für mich, aber doch gutes Kino, solange man Gefallen an solch hartem Tobak hat.
Um es kurz zu machen, hätte diesen Film jemand anderes gedreht, so hätte er vollkommen anders gewirkt. Dies ist keine Zumutung, sondern so beabsichtigt.'
Dies zeigt wohl, wie der typische Popcorn Mensch auf Filme solcher Art reagiert. Sollte man aber etwas sensibler auf Filme reagieren, so kann man dem Regiesseur nur zu seiner brillianten Art des Dokumentierens gratulieren.
Jede Kameraeinstellung, jede noch so "dumme" Dialog, die Badeszenen und jede noch so auf den ersten Blick banal wirkende Szene hilft dabei die Wirkung dieses Filmes voll entfalten zu lassen.
Dies ist zwar kein Film für mich, aber doch gutes Kino, solange man Gefallen an solch hartem Tobak hat.
Um es kurz zu machen, hätte diesen Film jemand anderes gedreht, so hätte er vollkommen anders gewirkt. Dies ist keine Zumutung, sondern so beabsichtigt.'
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