Inglourious Basterds | Originaltitel: Inglourious Basterds | Produktion: USA, Deutschland 2009 | Besucher: 9389
Starttermin: Starttermin, Deutschland: 20.08.2009
Genres: Kriegsfilm, Action, Drama, Abenteuer
Bewertungen: Mandarine: 10.0 | Anaijavi: 10.0 | willtippin: 9.5 | dreamfall: 9.5 | kowalski84: 9.0 | Cathrine: 9.0 | dotdeguy: 8.5 | Sebenika: 8.5 | cooltommy: 8.5 | ZONNEY: 8.0 | DejaVu: 8.0 | Franky: 7.5 | DiamondDog: 7.5
Bewertungsübersicht:
Gesamteindruck: 8.73 (13); Anspruch: 6.63 (4); Humor: 6.75 (4); Musik: 8.88 (4); Spannung: 8.38 (4); Originalität: 9 (4); Look: 9.25 (4)
| Cast: | Crew: | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Kurzkritik
Mit seinem neusten Werk hat sich Kultregisseur Quentin Tarantino wieder einmal selbst übertroffen: Die episodenhafte Kriegssatire "Inglourious Basterds" erzählt auf brillante Weise von einer Spezialeinheit im Zweiten Weltkrieg, die Jagd auf Nazis macht - und die Chance erhält, das NS-Regime zu stürzen.
Es war einmal im von Nazis besetzten Frankreich: Eine Gruppe jüdischer Soldaten, bekannt als die "Basterds", hat es während des Zweiten Weltkriegs auf Hitlers Truppen abgesehen. Die gefürchtete Spezialeinheit unter der Führung von Lieutenant Aldo Raine (Brad Pitt) kennt dabei kein Erbarmen: Bekommt sie einen Nazi in die Finger, so wird er skalpiert.
Abseits von den Schlachtfeldern verliebt sich der deutsche Kriegsheld und Filmstar Fredrick Zoller (Daniel Brühl) derweil in die jüdische Kinobetreiberin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent). Was Zoller nicht ahnt: Vor wenigen Jahren wurde Shosannas Familie von dem gnadenlosen Nazi-Offizier Hans Landa (Christoph Waltz) ermordet, und sie wartet nur auf den richtigen Augenblick, um sich an den deutschen Besatzern zu rächen. Dieser scheint gekommen, als in ihrem Lichtspielhaus eine Filmpremiere stattfindet, bei der auch Goebbels (Sylvester Groth) und Hitler (Martin Wuttke) anwesend sind.
Die "Basterds" erfahren ebenfalls von dieser Sondervorführung. Mithilfe der deutschen Schauspielerin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) wollen auch sie in Shosannas Kino den finalen Schlag gegen das NS-Regime durchführen...
"Inglourious Basterds" ist ein freies Remake der italienischen Kriegskomödie "Ein Haufen verwegener Hunde" aus dem Jahr 1978. Die ersten Ideen für das Drehbuch dazu hatte Quentin Tarantino bereits kurz nach der Fertigstellung seines Films "Jackie Brown" (1997) - doch da er sich seitdem immer wieder anderen Projekten widmete, konnte er mit der Realisierung seiner Entwürfe erst im vergangenen Jahr beginnen. Das Warten auf den fertigen Film hat sich jedenfalls mehr als gelohnt: "Inglourious Basterds" ist ein weiteres Meisterwerk des Kultregisseurs, das vor allem durch seine brillante und äußerst packende Erzählweise begeistert.
Tarantino versteht es wie kaum ein anderer, episodenhafte Geschichten zu einem stimmigen Ganzen zusammenzusetzen. Die Handlung von "Inglourious Basterds" ist in fünf Kapitel unterteilt, die jeweils einen eigenen Schwerpunkt haben und bestimmte Figurenkonstellationen näher beleuchten. Diese szenischen Ausschnitte, die zum Teil in Echtzeit ablaufen, liefern immer mehr Informationsbausteine mit raffiniert eingestreuten Querverweisen, die für den Zuschauer nach und nach die Zusammenhänge erkennen lassen.
Doch wie bei so vielen Tarantino-Filmen ist die eigentliche Handlung im Grunde nur Nebensache. Was seine Filme vor allem auszeichnet, sind die sehr markanten und äußerst skurrilen Figuren, die exzellent geschriebenen und von einer beispiellosen Dynamik geprägten Dialoge und wirklich grandiose Einzelszenen - und davon gibt es in "Inglourious Basterds" reichlich.
Erstaunlich ist, dass der Film für Tarantino-Verhältnisse recht unblutig ausfällt. Natürlich gibt es auch die eine oder andere Mordszene, die nicht unbedingt etwas für Zartbesaitete ist, aber dafür, dass hier Nazi-Jäger im Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt stehen, ist "Inglourious Basterds" doch relativ zurückhaltend mit extremen Gewaltszenen - was dem Film sehr zugute kommt. Tarantino legt den Schwerpunkt nicht auf Kämpfe zwischen Soldaten oder große Schlachten, sondern er konzentriert sich ganz auf seine Figuren und die pure Freude am Erzählen.
Dabei überzeugt vor allem die Genremischung aus Italo-Western, Kriegsfilm, Drama und überspitzter Satire. Zudem haftet dem Film etwas Märchenhaftes an: Er wird beispielsweise mit dem typischen "Es war einmal" eingeleitet und enthält eine sehr gelungene Anspielung an "Aschenputtel". Und zum Schluss hat Tarantino sogar seine eigene Version der NS-Geschichte geschrieben.
Besonders beeindruckend ist auch die Leistung sämtlicher Darsteller, denen man den Spaß am Spielen durchweg ansieht - allen voran Christoph Waltz. Der Österreicher wurde für seine Rolle des "Judenjägers" Hans Landa bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes völlig zu Recht als "Bester Hauptdarsteller" ausgezeichnet. In den emotionalen Momenten überzeugt am meisten die Französin Mélanie Laurent, die nicht nur äußerst facettenreich agiert, sondern auch eine ungeheure Leinwandpräsenz besitzt. Hoffentlich sieht man im internationalen Kino demnächst noch mehr von ihr.
Fazit: Mit "Inglourious Basterds" hat Quentin Tarantino eine äußerst amüsante, brillant erzählte Kriegssatire abgeliefert, die mit einem Darstellerensemble in bester Schauspiellaune aufwartet.
(Hier könnt Ihr Euch die Filmbesprechung auch als Video anschauen:
http://www.haz.de/Mediathek/Videos?bcpid=1896837901&bclid=41078912001&bctid=34836741001)
Es war einmal im von Nazis besetzten Frankreich: Eine Gruppe jüdischer Soldaten, bekannt als die "Basterds", hat es während des Zweiten Weltkriegs auf Hitlers Truppen abgesehen. Die gefürchtete Spezialeinheit unter der Führung von Lieutenant Aldo Raine (Brad Pitt) kennt dabei kein Erbarmen: Bekommt sie einen Nazi in die Finger, so wird er skalpiert.
Abseits von den Schlachtfeldern verliebt sich der deutsche Kriegsheld und Filmstar Fredrick Zoller (Daniel Brühl) derweil in die jüdische Kinobetreiberin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent). Was Zoller nicht ahnt: Vor wenigen Jahren wurde Shosannas Familie von dem gnadenlosen Nazi-Offizier Hans Landa (Christoph Waltz) ermordet, und sie wartet nur auf den richtigen Augenblick, um sich an den deutschen Besatzern zu rächen. Dieser scheint gekommen, als in ihrem Lichtspielhaus eine Filmpremiere stattfindet, bei der auch Goebbels (Sylvester Groth) und Hitler (Martin Wuttke) anwesend sind.
Die "Basterds" erfahren ebenfalls von dieser Sondervorführung. Mithilfe der deutschen Schauspielerin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) wollen auch sie in Shosannas Kino den finalen Schlag gegen das NS-Regime durchführen...
"Inglourious Basterds" ist ein freies Remake der italienischen Kriegskomödie "Ein Haufen verwegener Hunde" aus dem Jahr 1978. Die ersten Ideen für das Drehbuch dazu hatte Quentin Tarantino bereits kurz nach der Fertigstellung seines Films "Jackie Brown" (1997) - doch da er sich seitdem immer wieder anderen Projekten widmete, konnte er mit der Realisierung seiner Entwürfe erst im vergangenen Jahr beginnen. Das Warten auf den fertigen Film hat sich jedenfalls mehr als gelohnt: "Inglourious Basterds" ist ein weiteres Meisterwerk des Kultregisseurs, das vor allem durch seine brillante und äußerst packende Erzählweise begeistert.
Tarantino versteht es wie kaum ein anderer, episodenhafte Geschichten zu einem stimmigen Ganzen zusammenzusetzen. Die Handlung von "Inglourious Basterds" ist in fünf Kapitel unterteilt, die jeweils einen eigenen Schwerpunkt haben und bestimmte Figurenkonstellationen näher beleuchten. Diese szenischen Ausschnitte, die zum Teil in Echtzeit ablaufen, liefern immer mehr Informationsbausteine mit raffiniert eingestreuten Querverweisen, die für den Zuschauer nach und nach die Zusammenhänge erkennen lassen.
Doch wie bei so vielen Tarantino-Filmen ist die eigentliche Handlung im Grunde nur Nebensache. Was seine Filme vor allem auszeichnet, sind die sehr markanten und äußerst skurrilen Figuren, die exzellent geschriebenen und von einer beispiellosen Dynamik geprägten Dialoge und wirklich grandiose Einzelszenen - und davon gibt es in "Inglourious Basterds" reichlich.
Erstaunlich ist, dass der Film für Tarantino-Verhältnisse recht unblutig ausfällt. Natürlich gibt es auch die eine oder andere Mordszene, die nicht unbedingt etwas für Zartbesaitete ist, aber dafür, dass hier Nazi-Jäger im Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt stehen, ist "Inglourious Basterds" doch relativ zurückhaltend mit extremen Gewaltszenen - was dem Film sehr zugute kommt. Tarantino legt den Schwerpunkt nicht auf Kämpfe zwischen Soldaten oder große Schlachten, sondern er konzentriert sich ganz auf seine Figuren und die pure Freude am Erzählen.
Dabei überzeugt vor allem die Genremischung aus Italo-Western, Kriegsfilm, Drama und überspitzter Satire. Zudem haftet dem Film etwas Märchenhaftes an: Er wird beispielsweise mit dem typischen "Es war einmal" eingeleitet und enthält eine sehr gelungene Anspielung an "Aschenputtel". Und zum Schluss hat Tarantino sogar seine eigene Version der NS-Geschichte geschrieben.
Besonders beeindruckend ist auch die Leistung sämtlicher Darsteller, denen man den Spaß am Spielen durchweg ansieht - allen voran Christoph Waltz. Der Österreicher wurde für seine Rolle des "Judenjägers" Hans Landa bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes völlig zu Recht als "Bester Hauptdarsteller" ausgezeichnet. In den emotionalen Momenten überzeugt am meisten die Französin Mélanie Laurent, die nicht nur äußerst facettenreich agiert, sondern auch eine ungeheure Leinwandpräsenz besitzt. Hoffentlich sieht man im internationalen Kino demnächst noch mehr von ihr.
Fazit: Mit "Inglourious Basterds" hat Quentin Tarantino eine äußerst amüsante, brillant erzählte Kriegssatire abgeliefert, die mit einem Darstellerensemble in bester Schauspiellaune aufwartet.
(Hier könnt Ihr Euch die Filmbesprechung auch als Video anschauen:
http://www.haz.de/Mediathek/Videos?bcpid=1896837901&bclid=41078912001&bctid=34836741001)
Kurzkritik
-Inglourious Bastards-eine etwas späte Kritik-
Der Sommer geht nun langsam dahin, und im Kino ist damit auch ein bisserl Schonzeit für Megabuster angesagt. Während sich augenblicklich aber „G.I.JOE“, als zweifelhafter Eyecatcher, im Programm hält, wünschten wir uns für ja doch noch einen Streifen, der seinen Plot nicht unbedingt durch ausufernde CGI-FX überlagert.
Eben jenen Wunsch erfüllt uns jetzt Quentin Tarantino......
“Es war einmal….“ Mit diesem Märchen-Insert leitet Quentin Tarantino, wie ein garstiger Bruder Grimm, sein neuestes Werk „Inglourious Basterds“ ein, und das geschieht weit weniger blutig als sonst. Märchenhaft, unwirklich geht’s allemal zu, denn dem Zauschauer bietet sich eine alternative Geschichtsschreibung, in der Adolf Hitler und Joseph Goebbels ein völlig anderes Ende nehmen, als ihnen angegedacht war.
Ein jüdisches Killerkommando, das auf Anweisung die Nazischergen zu Hauf killt und ihnen, als zusätzliche Order, die Skalps absäbelt, so etwas bleibt, ganz Tarantino eben, ein krasser, abgefahrener „Realitätsverlust“. Aber ansonsten hat er seine Geschichte nicht gänzlich verwitzt, sondern nimmt das Thema, auf eigene Art, sehr ernst.
Davon können wir uns gleich am Anfang überzeugen.
Der Streifen beginnt, gewohnt textlastig, mit einem Gespräch, das eigentlich ein Verhör sein soll. Christoph Waltz (u.a. „Herr Lehmann/2003“), als SS-Standartenführer Hans Landa, ist in seiner, zunächst, perfiden Freundlichkeit, mit der er dem französischen Milchbauern LaPadite begegnet, eine echte Offenbarung. Landa will das Versteck der jüdischen Familie Dreyfus erfahren und bringt sein Gegenüber schlussendlich dazu, sie auszuliefern. Der Österreicher stemmt diese Figur einfach so ekelhaft gut, dass man als Zuschauer fast ins Frösteln kommt. Welch eine Freude, dass uns der vorgesehene Weichspülermime Leonardo Di Caprio dann doch erspart blieb.
Kaum zwanzig Minuten dauert dieses Martyrium. Wenn dann Shosanna Dreyfus (Melanie Laurent) dem Judenjäger Landa als einzige entkommt, schafft es Waltz erneut, dass wir diesen Hakenkreuzheini wirklich hassen können.
15 Jahre später wird die Flüchtige ihn wiedertreffen, bleibt aber unerkannt. Der Zuschauer weiss inzwischen längst von ihrer selbstgewählten Mission, aber auch, dass die „Basterds“ und der englische Geheimdienst das gleiche Ziel haben.
Adolf Hitler und sein Gefolge sollen während einer Kinovorstellung das Zeitliche segnen. Shosanna, die zufällig Inhaberin des Filmtheaters ist, hat in dieser Hinsicht einen eigenen, tödlichen Plan…
Es gibt aber nicht immer Grund zum Jubeln, und daran trägt die fehlbesetzte Diane Krüger eine wesentliche Mitschuld. Die Dame ist völlig talentfrei und wäre im TV, bei der „Lindenstrasse“, besser aufgehoben. Von dort kommt ja bekanntlich Totalüberschätzung Til Schweiger, der, als nächstes Ärgernis, nicht einmal einen vernünftigen Gesichtsausdruck bringt. Er bleibt was er ist, mittelmässig, eindimensional...
Ansonsten kann keiner meckern, auch wenn Meister Tarantino bei seinen Fans absolutes cinematographisches Wissen vorraussetzt.
Die Namen seiner Akteure lesen sich wie ein „Who is Who“ des Kinos, aber nicht jeder weiss damit etwas anzufangen. So darf Brad Pitt als Aldo Raine durchgehen, eine Anspielung auf den Hollywoodschauspieler Aldo Ray(1926-91/u.a.“Die Nackten und die Toten/1958“). Hugo Stiglitz (Herr Schweiger) ist ein mexikanischer Acteur(u. a. „Robinson Crusoe und der Tiger /1970“). Wer richtig hinhört, dem kann nicht entgehen, dass Sgt. Donnowitz, dargeboten von Horrordirector Eli Roth (u.a.“Hostel/05“),im Kino, mit dem die überlebende Shosanna inzwischen ihren Lebensunterhalt bestreitet, den Tarnnamen Anthonio Margheriti (1930-2002) nennt. In der Biographie dieses Filmemachers findet sich neben diversen Horrorpics („Dracula im Schloss des Schreckens“/1971) auch einige Western („Satan der Rache/1969“).
Ohnehin zitiert der erklärte Westernfan Tarantino einmal mehr die Werke seiner verstorbenen Idole Sergio Leone („Spiel mir das Lied vom Tod/1968) oder Sergio Corbucci („Django/1966“) „Es war einmal…/Once upon a time in the west“, das ist auch der englische Originaltitel, den Leones genanntes Kultmovie trägt. Quentin Superstar spielt in seinem Märchenland das Lied vom Tod….
Im übrigen hat der Mann ja immer ein Herz für „Altstars“…Nachdem zuletzt der merkwürdige, inzwischen dahingegangene, David Carradine in „Kill Bill“ seinen Auftritt absolvieren durfte, tritt jetzt der Australier Rod Taylor, als Winston Churchill, auf. Mr. Taylor kennen eifrige Filmfreaks als Zeitreisenden aus dem 60er-Klassiker „Die Zeitmaschine“. Daneben war er auch in Hitchcocks „Die Vögel/1962“ zu sehen.
Angereichert mit einer Prise violenter Action unterhält diese wortgewaltige Mischung aus Western und Kriegsfilm einfach nur gut. Ein bisken Splatter ist auch dabei, macht aber gar nix....
Der Sommer geht nun langsam dahin, und im Kino ist damit auch ein bisserl Schonzeit für Megabuster angesagt. Während sich augenblicklich aber „G.I.JOE“, als zweifelhafter Eyecatcher, im Programm hält, wünschten wir uns für ja doch noch einen Streifen, der seinen Plot nicht unbedingt durch ausufernde CGI-FX überlagert.
Eben jenen Wunsch erfüllt uns jetzt Quentin Tarantino......
“Es war einmal….“ Mit diesem Märchen-Insert leitet Quentin Tarantino, wie ein garstiger Bruder Grimm, sein neuestes Werk „Inglourious Basterds“ ein, und das geschieht weit weniger blutig als sonst. Märchenhaft, unwirklich geht’s allemal zu, denn dem Zauschauer bietet sich eine alternative Geschichtsschreibung, in der Adolf Hitler und Joseph Goebbels ein völlig anderes Ende nehmen, als ihnen angegedacht war.
Ein jüdisches Killerkommando, das auf Anweisung die Nazischergen zu Hauf killt und ihnen, als zusätzliche Order, die Skalps absäbelt, so etwas bleibt, ganz Tarantino eben, ein krasser, abgefahrener „Realitätsverlust“. Aber ansonsten hat er seine Geschichte nicht gänzlich verwitzt, sondern nimmt das Thema, auf eigene Art, sehr ernst.
Davon können wir uns gleich am Anfang überzeugen.
Der Streifen beginnt, gewohnt textlastig, mit einem Gespräch, das eigentlich ein Verhör sein soll. Christoph Waltz (u.a. „Herr Lehmann/2003“), als SS-Standartenführer Hans Landa, ist in seiner, zunächst, perfiden Freundlichkeit, mit der er dem französischen Milchbauern LaPadite begegnet, eine echte Offenbarung. Landa will das Versteck der jüdischen Familie Dreyfus erfahren und bringt sein Gegenüber schlussendlich dazu, sie auszuliefern. Der Österreicher stemmt diese Figur einfach so ekelhaft gut, dass man als Zuschauer fast ins Frösteln kommt. Welch eine Freude, dass uns der vorgesehene Weichspülermime Leonardo Di Caprio dann doch erspart blieb.
Kaum zwanzig Minuten dauert dieses Martyrium. Wenn dann Shosanna Dreyfus (Melanie Laurent) dem Judenjäger Landa als einzige entkommt, schafft es Waltz erneut, dass wir diesen Hakenkreuzheini wirklich hassen können.
15 Jahre später wird die Flüchtige ihn wiedertreffen, bleibt aber unerkannt. Der Zuschauer weiss inzwischen längst von ihrer selbstgewählten Mission, aber auch, dass die „Basterds“ und der englische Geheimdienst das gleiche Ziel haben.
Adolf Hitler und sein Gefolge sollen während einer Kinovorstellung das Zeitliche segnen. Shosanna, die zufällig Inhaberin des Filmtheaters ist, hat in dieser Hinsicht einen eigenen, tödlichen Plan…
Es gibt aber nicht immer Grund zum Jubeln, und daran trägt die fehlbesetzte Diane Krüger eine wesentliche Mitschuld. Die Dame ist völlig talentfrei und wäre im TV, bei der „Lindenstrasse“, besser aufgehoben. Von dort kommt ja bekanntlich Totalüberschätzung Til Schweiger, der, als nächstes Ärgernis, nicht einmal einen vernünftigen Gesichtsausdruck bringt. Er bleibt was er ist, mittelmässig, eindimensional...
Ansonsten kann keiner meckern, auch wenn Meister Tarantino bei seinen Fans absolutes cinematographisches Wissen vorraussetzt.
Die Namen seiner Akteure lesen sich wie ein „Who is Who“ des Kinos, aber nicht jeder weiss damit etwas anzufangen. So darf Brad Pitt als Aldo Raine durchgehen, eine Anspielung auf den Hollywoodschauspieler Aldo Ray(1926-91/u.a.“Die Nackten und die Toten/1958“). Hugo Stiglitz (Herr Schweiger) ist ein mexikanischer Acteur(u. a. „Robinson Crusoe und der Tiger /1970“). Wer richtig hinhört, dem kann nicht entgehen, dass Sgt. Donnowitz, dargeboten von Horrordirector Eli Roth (u.a.“Hostel/05“),im Kino, mit dem die überlebende Shosanna inzwischen ihren Lebensunterhalt bestreitet, den Tarnnamen Anthonio Margheriti (1930-2002) nennt. In der Biographie dieses Filmemachers findet sich neben diversen Horrorpics („Dracula im Schloss des Schreckens“/1971) auch einige Western („Satan der Rache/1969“).
Ohnehin zitiert der erklärte Westernfan Tarantino einmal mehr die Werke seiner verstorbenen Idole Sergio Leone („Spiel mir das Lied vom Tod/1968) oder Sergio Corbucci („Django/1966“) „Es war einmal…/Once upon a time in the west“, das ist auch der englische Originaltitel, den Leones genanntes Kultmovie trägt. Quentin Superstar spielt in seinem Märchenland das Lied vom Tod….
Im übrigen hat der Mann ja immer ein Herz für „Altstars“…Nachdem zuletzt der merkwürdige, inzwischen dahingegangene, David Carradine in „Kill Bill“ seinen Auftritt absolvieren durfte, tritt jetzt der Australier Rod Taylor, als Winston Churchill, auf. Mr. Taylor kennen eifrige Filmfreaks als Zeitreisenden aus dem 60er-Klassiker „Die Zeitmaschine“. Daneben war er auch in Hitchcocks „Die Vögel/1962“ zu sehen.
Angereichert mit einer Prise violenter Action unterhält diese wortgewaltige Mischung aus Western und Kriegsfilm einfach nur gut. Ein bisken Splatter ist auch dabei, macht aber gar nix....
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