Plakat Tränen der SonneTränen der Sonne - Tears of the Sun | Originaltitel: Tears of the Sun | Produktion: USA 2003 | Dauer: 118 Minuten | Besucher: 11093
Starttermin: Starttermin, Deutschland: 28.08.2003 | Starttermin, International (Produktionsland): 07.03.2003
Genres: Drama, Kriegsfilm, Action
Bewertungen: salvator: 9.5 | earny: 8.0 | ellop: 8.0 | Paxton: 7.5 | Kai: 7.0 | ti-do: 7.0 | Sebenika: 7.0 | DiamondDog: 7.0 | dotdeguy: 5.0 | RobGordon: 4.5

Bewertungsübersicht:
Gesamteindruck: 7.05 (10)

Cast: Crew:
Bruce WillisLt. A.K. Waters
Monica BellucciDr. Lena Fiore Kendricks
Cole HauserJames 'Red' Atkins
Eamonn Walker
Regisseur
Antoine Fuqua
Filmmusik
Hans Zimmer
Drehbuch
Alex Lasker
Patrick Cirillo





Autor: Kai | 12.08.2003 - 10:50:12
Kritik


die Story:


Lieutenant A.K. Waters (Bruce Willis) befeligt eine Spezialeingreiftruppe. Ihre Aufgabe: nachdem die Demokratische Regierung von Nigeria durch einen Putsch zu Fall gekommen ist, soll Waters die amerikanische Ärztin Dr. Lena Kendricks (Monica Belluci) aus dem Land herausholen, um sie vor den mordenen Rebellentruppen zu retten. Das Problem dabei: sie will nicht ohne Ihre (einheimischen) Mitarbeiter gehen. Waters stimmt zunächst zu, hat aber den strikten Befehlr nur Ausländer mitzunehmen.
Doch als Waters die Brutalität der Rebellentruppen mit eigenen Augen sieht, beschließt er den Befehl zu misachten und begibt sich mit seinen Männern auf den gefährlichen Weg durch den Dschungel in Richtung der kenianischen Grenze. Theoretisch sollten den Rebellen eine amerikanische Ärztin ja relativ egal sein, aber dennoch wird der Trupp von einigen Hundert Rebellen erbarmungslos verfolgt.

die Kritik:

Was für ein Film für eine Sneak! Ich hätte niemals gedacht, daß Tiers of the Sun in einer Sneak-Preview laufen könnte. Der Film an sich ist trotz der gelungenen Musik (die zm größten Teil nicht von Hans Zimmer stammt) und dem, vor allem in der ersten Hälfte, überragendem Sound-Design (welches meines Erachtens eine Oskarnominierung wert wäre), nicht ganz das gelbe vom Ei. Zu oft hat man das Gefühl, daß Story-Elemente nur eingebaut wurden um entweder nette Szenen zu ermöglichen, oder um Grundlage für weitere seltsame Storyelemente zu sein.
So steht Waters Vorgesetzter und Kommandeur eines Flugzeugträgers, während seiner Telefonate mit Waters immer auf dem Hauptdeck seines Flugzeugträgers. Das ist zwar eine nette Kulisse, aber zum Führen eines Gespräches doch relativ ungeeignet. Auch der Grund warum Waters Leute denn so ausdauernd verfolgt werden ist weit hergeholt. Viel schlimmer ist aber, daß all der Ärger hätte vermieden werden können, wenn Dr. Kendricks diesen Grund etwas früher verraten hätte. Aber so sind die Frauen nun mal...
Auch ansonsten gibts viele Logik-Probleme: Waters kann seinen Vorgesetzten scheinbar beliebig beinflussen und bekommt trotz aller Verstöße gegen sämtliche Befehle nie Ärger. Erst wird ihm befohlen den Grund warum die Gruppe verfolgt wird zurückzulassen, und am Ende wird eben dieser Grund herzlich in Empfang genommen. Auch die Logik von Waters ist aus Soldatensicht nicht nachzuvollziehen: er bringt sinnlos das Leben seiner Soldaten in Gefahr um seine eigenen Interesse (nämlich seine plötzlich aufkommenden Menschlichkeit) zu unterstützen - solche Befehlshaber sollten in der Realität besser nicht vorkommen. Neben der Logik gibs auch bei den Dialogen einige Probleme; die typischen abgedroschenen Soldaten-Film Phrasen wie "Nein, stirb nicht" oder nach ein-sekündiger Betrachtung eines Verletzten: "glatter Durchschuß durch die Schulter - nur ein Kratzer" kommen zuhauf vor...
Wären da nicht die eindrucksvollen Bilder des Dschungels, die Musik (die recht ähnlich wie bei Black Hawk Down, wenn auch etwas gefälliger, aufgezogen ist), eine in allen Situationen des Dschungels immer super-aussehende (und mit halb-aufgeknöpfter Bluse herumlaufende) Monica Belluci und ein Bruce Willis mit gewohnt knallharter Mimik, tja dann wäre der Film wohl nur halbsoviele Punkte wert...
Achja: natürlich sind es wieder eine Handvoll Amerikaner die jede Menge unterpreviligierte (böse blickende) Feind-Soldaten (in diesem Falle Afrikaner, keine Japaner oder Nazis) problemlos ins Jenseits schicken, natürlich kommt der rettende Luftangriff wieder zu spät und natürlich fliegt der Flugzeugträger-Kommandeur selbst ins Feindesland, aber hey: der Mensch ist ein Gewohnheitstier und sieht gerne Sachen die er schon desöfteren gesehen hat...
Autor: salvator | 28.01.2004 - 14:18:30
Kurzkritik
Mich überrascht Bruce Willis doch immer wieder...er weiß einfach wie man gute Filme dreht. Dazu schafft er es auch immer nette Menschen um sich zu haben wie hier Monica Belucci aus Matrix...



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cooltommy: den hätte ich gerne gesehen... erstellt am: 12.08.2003 - 16:58:13
...vielleicht kommt er ja morgen in unserer Sneak
ellop: ich habe ihn gesehen erstellt am: 14.08.2003 - 09:05:03
in der gestrigen sneak lief auch der streifen! genial .. so nen film in der sneak! hammer .. ich hätte ihn mir auf jeden fall angesehen und wurde gestern nur an einigen stellen enttäuscht .. wie kai schon angedeutet hat, die musik ziemlich genial - nach dem soundtrack werde ich die augen offen halten, die story bissi müde, manchmal zu langatmig und gespräche werden versucht mit dschungel-romantik aufzufrischen, was aber net gelingen mag!
ein bissi entsetzt war ich über die masse von tieren in dem film, und das mitten im urwald *lach* - ein pavian der mal gähnt (war spät gestern *lach*) und ein wildschwein, was mal ganz genüsslich an dem soldaten vorbeiwackelt ..

aber ich denke, der film ist seine 4 € auf alle fälle wert - seht ihn euch an, wenn er net in der sneak läuft, dann eben an einem kino-dienstag - es lohnt sich


@kai: habe ich dir schon mal gesagt, dass du echt geniale kritiken schreibst .. *dasauchkönnenwill* :-/
Sebi: Re: den hätte ich gerne gesehen... erstellt am: 19.08.2003 - 10:04:01
Tja, und ich habe das Krankenhaus dem Kino vorgezogen, sowas....

Kai, dafür das du den Film ziemlich niedermachst sind die 7 Punkte wohl etwas zu hoch gegriffen, meinst du nicht?
Kai: Re: den hätte ich gerne gesehen... erstellt am: 24.08.2003 - 13:30:14
Tjaja ich muß zugeben, daß meine Kritik nicht sehr positiv klingt, trotzdem konnte ich dem Film positive Aspekte abgewinnen die mich zu der abgegebenen Bewertung brachten...
Tears of the Sun ist ganz ordentlich, doch trotz der etwas patriotischeren Einstellung von "Wir waren Helden" gefiel der mir besser...
aquatax: Re: den hätte ich gerne gesehen... erstellt am: 18.09.2003 - 11:03:39
Ich weiss nicht, wie du auf die Gewohnheitstieridee kommst. Dieser Film ist etwas Neues. Etwas, was seit geraumer Zeit nicht mehr da gewesen ist. Ein Film, der das Leiden in Afrika fokusiert und die Gräueltaten, welche in diesem Fall von einem "fiktiven" Diktator ausgeführt werden.
Normalerweise verirren sich solche Filme nur in die Kleinkinos, in welchen auch mal selten gezeigte Filme laufen. Es gibt allerdings einen guten Grund, warum dieser Film nicht nur In Kleinkinos gezeigt wird, sondern weltweit auf den großen Kinoleinwänden zu sehen ist: Es ist eben nicht ein solcher Film, wie ich ihn oben beschrieben habe. Es ist eine patriotistische Ein-mann (ok, 7 Mann Schlacht), die zum Ende hin die Amerikaner als notwendige Weltpolizei darstellen und sich als die Retter der afrikanischen Demokratie hochstilisieren. Vor allem die Gräueltaten sind dermaßen übertrieben eingesetzt, dass einem unentweg der Gedanke durch den Kopf schießt "Warum tut denn keiner was?". Ich möchte nicht bestreiten, dass solche Massaker in Afrika nicht stattfindet. Sie finden dort statt und häufig noch in viel grausamer Form. In einem derartigen Film sind sie allerdings so unpassend und übertrieben eingesetzt, dass es nur eine Schlussfolgerung zulässt:
Sie wurden eingesetzt um Botschaft zu übermitteln: "Die Amerikaner müssen dem Afrika helfen". Beispielsweise der Soldatenjunge, welcher von einem der amerikanischen "Engel" getötet wird: In den vorherigen Szenen sind, zumindest so weit ich das beurteilen kann, nur erwachsene Rebellen durch die Gegend gerannt. Plötzlich, schmeisst der liebe Regisseur ein getötetes Kind ins Bild und lässt erstaunen bei den so hochtrainierten Navy Seals entstehen. Selbst die weniger Afrika-informierten wissen, dass viele der diktatorischen Regime in Afrika sich mit Drogen vollgepumpten Kindersoldaten bedienen, die zu jeder Grausamkeit bereit sind. Soweit so gut. Weder die Rebellen, noch die zu Schützenden haben viel Redeanteil. Einzig und allein Bruce und seine Kumpels, schwallen ihren soldatischen "Scheißdreck" daher und versuchen sich somit selbst zu stilisieren. Mit dem napalmähnlichen Abschmiss der Bomben zum Schluß fühlt man sich stark an Vietnam-Filme erinnert. Auch hier fungieren die Amerikaner als Retter, erst töten sie oh wunder, oh wunder ALLE Feide und öffnen dann noch das verschlossene Tor zur "Freiheit". Der Demokratiegeist wird in dem neuen Führer und mit der hochgereckten Faust hochstilisiert. Demokratie in Afrika? Wer bitteschön hat sie zerstört? Wir Europäer, die ehemaligen Kolonialmächte, und natürlich wie könnte es anders sein der liebe CIA. Bedingt durch den kalten Krieg unterstützten die Amerikaner soviele Diktatoren, die sich gegen die UdSSR stellten und ihre wirtschaftlichen Interessen wahrten. Ich würde mich auch herzlich bedanken, wenn diejenigen welche mein Land in den Ausnahmezustand geschoben haben plötzlich zurückkommen und meinen sie müssten den freundlichen Befreier spielen. Für mich klänge das wenig glaubhaft.
Zwischendrin, die Zerstörung der Kirche und die Ermordung des Pfarrers: Die bösen, bösen Muslime massakrieren die armen, armen Christen. Das Szenario kommt mir reichlich bekannt vor - woher denn? Tja..
Ich denke nicht, dass dies ein gewöhnlicher Aktion-Bruce Willis Film ist, in "Last Man Standing"-Manier, sondern eindeutig politische Hintergründe aufweist die möglicherweise sogar direkt Pentagon angeregt worden sind (warum sonst produziert ein normaler Regisseur einen solchen Film). Der Film ist hochgradig gefählich und extrem Manipulativ. Ich würde eine Altersgrenze, ab sagen wir 25 einsetzen. Mit entsprechender Vor und Nachbereitung, wie das bei den Nazionalsozialistischen Propaganda Filmen heute der Fall ist.
Kai: Re: den hätte ich gerne gesehen... erstellt am: 18.09.2003 - 15:42:33
@aquatax: wirklich ein ausführlicher und gelungerner Beitrag, dankeschön!

Ich für meinen Teil sehe in "Tränen der Sonne" auch die übliche Amerika-Propaganda, sehe sie jetzt aber auch nicht so viel stärker als z.B. in "Wir waren Helden". Mit dem Bild der grausamen Afrikaner, hast du allerdings recht, das wird in sämtlichen Filmen immer gerne gepflegt. Ausnahme zum Teil noch "Black Hawk Down".


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