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Beitrag zu Der Baader Meinhof Komplex von a.g.wells, geschrieben am 27.09.2008:
„Der BaaderMeinhoff Komplex“
Die deutsche Geschichte war schon immer ein vielschichtiges Thema für den deutschen Film. Grundlage für diesen Film über die Baader-Meinhof Zeit ist das gleichnamige Buch von Spiegel Chefredakteur Stefan Aust. Bernd Eichinger plante schon zu Zeiten als Filmschüler eine Film über Ulrike Meinhof – jetzt nach 30 Jahren hat er den gesamten Komplex auf die leinwand gebracht.
Deutschland in den 70ern. Die radikalisierten Kinder der Nazi-Generation, angeführt von Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), der ehemaligen Starkolumnistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), kämpfen gegen das, was sie als das neue Gesicht des Faschismus begreifen: die US-amerikanische Politik in Vietnam, im Nahen Osten und in der Dritten Welt, die von führenden Köpfen der deutschen Politik, Justiz und Industrie unterstützt wird.
Die von Baader, Meinhof und Ensslin gegründete Rote Armee Fraktion hat der Bundesrepublik Deutschland den Krieg erklärt. Es gibt Tote und Verletzte, die Situation eskaliert, und die noch junge Demokratie wird in ihren Grundfesten erschüttert. Der Mann, der die Taten der Terroristen zwar nicht billigt, aber dennoch zu verstehen versucht, ist auch ihr Jäger: der Leiter des Bundeskriminalamts Horst Herold (Bruno Ganz). Obwohl er große Fahndungserfolge verbucht, ist er sich bewusst, dass die Polizei allein die Spirale der Gewalt nicht aufhalten kann.
74 Drehtage von März 2007 bis Juli 2008, 175 deutsche Schauspieler – das „Who is Who“ des deutschen Films. Dazu 6300 Komparsen und alles gedreht an Originalschauplätzen u.a. auch in der JVA Stuttgart-Stammheim. Die teuerste Produktion die Eichinger bisher produziert hat.
Stefan Austs Buch „Der Baader Meinhof Komplex“ erschien zum ersten Mal 1985 und hat wie kein anderes das heutige Bild vom Krieg der Rote Armee Fraktion gegen den Staat geprägt. Es ist keine Anklageschrift und kein Plädoyer eines Verteidigers. Es will kein Urteil fällen, weder in juristischer noch in moralischer Hinsicht.
Es ist ein Protokoll, eine Chronik der Ereignisse, die ihren Höhepunkt im „Deutschen Herbst“ 1977 fanden, in der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer sowie in der Entführung und Befreiung der Passagiere und der Crew der Lufthansa-Maschine „Landshut“.
Der Film, ein monumentales Werk mit sehr brutaler Bildersprache, das nichts verschweigt und die Charaktere als blindwütige Kriminelle entlarvt. Somit auch den „angeblichen Mythos“, den es zum Teil bei einigen Sympathisanten gab, aufräumt.
Hervorragende Schauspieler die mit den überlieferten Originaldialogen dem Streifen die Authentizität geben. Dazu wurden zum Teil
für die Inszenierung Originalfotos und Dokumentarmaterial als Vorlage genutzt. Das alles ergibt ein glaubwürdiges Bild dieser jüngsten deutschen Vergangenheit.
150 Minuten geballte Geschichte die unseren Staat fast an Rand des Abgrundes brachte.
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