Plakat SolarisSolaris | Originaltitel: Solaris | Produktion: USA 2002 | Dauer: 98 Minuten | Besucher: 8342
Starttermin: Starttermin, Deutschland: 06.03.2003 | Starttermin, International (Produktionsland): 27.11.2002
Genres: Sci-Fi, Remake
Bewertungen: KeyzerSoze: 9.0 | Kai: 9.0 | Sebi: 9.0 | cooltommy: 8.5 | Paxton: 8.0 | Lotta: 8.0 | willtippin: 7.5 | tuennes: 7.5 | Gawain: 6.0 | DejaVu: 4.5 | storm: 4.0 | ti-do: 3.5 | Sebenika: 2.0 | Mrs Freeze: 1.0

Bewertungsübersicht:
Gesamteindruck: 6.25 (14)

Cast: Crew:
George ClooneyChris Kelvin
Natascha McElhoneRheya Kelvin
Jeremy DaviesSnow
Viola DavisHelen Gordon
Ulrich TukurDr. Gibarian
Regisseur
Steven Soderbergh
Produzent
James Cameron
Filmmusik
Cliff Martinez
Drehbuch
Steven Soderbergh
Buch
Stanislaw Lem
Schnitt
Steven Soderbergh
Kamera
Steven Soderbergh



Autor: Kai | 09.03.2003 - 12:33:22
Kurzkritik
Der Film ist das Remake des Klassikers von 1972. Dr. Chris Kelvin (George Clooney) fliegt nach dem Hilferuf seines Freundes Gibarian (Ulrich Tuktur) zur Raumstation Prometheus um den Besatzungsmitgliedern zu helfen zur Erde zurückzukehren. Die Prometheus soll einen Planeten mit dem Namen Solaris erforschen. Als Dr. Kelvin auf der Station eintrifft muß er zunächst feststellen, daß Gibarian Selbstmord begangen hat und sich die restlichen Besatzungsmitglieder Snow (Jeremy Davies) und Helen Gordon (Viola Davis) recht merkwürdig verhalten. Nachdem sich Kelvin zum Schlafen hinlegt wird er selbst in den Bann von Solaris, augenscheinlich der Verursacher des seltsamen Verhaltens der Crew, gezogen. Er träumt von seiner Frau Khari (Natascha McElhone) die vor einigen Jahren auf der Erde Selbstmord beging. Doch Kelvin träumt nicht nur von seiner Frau, nein plötzlich ist sie auch real vorhanden, ein scheinbares Wesen aus Fleisch und Blut...

Solaris ist kein Film für Actionliebhaber, er besticht vielmehr durch seine Ruhe und Gelassenheit. An vielen Stellen sind Paralellen zu "2001" zu sehen, wenn auch der Film insgesamt etwas gestraffter wirkt. Besonders begeistern konnte mich die fantastische Besetzung des Films, die wirklich gelungenen Ansichten der Raumstation (kein Render Kitsch á la Star Trek oder Episode 1-3, sondern äußerst ästhetische Bauten im Stil von Alien, nur Heller und weniger Furcht einflössent), die wunderbar unaufdringliche Musik sowie allen voran die Kameraführung. Kamerabewegungen mit extremer Unschärfe die sich nur äußerst langsam auflöst, lange Szenen ohne Schnitte und die meist Extremen Großaufnahmen des Protagonisten schaffen eine wunderbare eigene Atmosphäre.
Neben den rein visuellen und musikalischen Eindrücken des Films bleibt auch die Story haften über deren wahre Intention man sich streiten kann: was will der Film (bzw. das Buch von Stanislaw Lem) wirklich sagen?



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Kai: Interpretationen... erstellt am: 09.03.2003 - 12:37:07
ich denke der Film will zum einen aussagen, daß man vergangenes nicht rückgängig machen kann, man kann die Uhr der Zeit nicht zurückdrehen, so sehr das Dr. Kelvin auch gerne hätte.

eine weitere Aussage ist denke ich die religiöse bzw. philosophische Ansicht, daß es ein Über-Wesen gibt, unter dessen Obhut sich dann Chris und Rheya nach ihrem Tod zusammenfinden können...

Wie auch immer - ein Film mit Diskussionsbedarf, jedoch befürchte ich fast, daß es zu diesem Film nicht so eregte und ausgiebige Diskussionen geben wird wie vor einiger Zeit zu Eminems 8-Mile ;-)
cooltommy: Re: Interpretationen... erstellt am: 09.03.2003 - 14:32:11
Meine Interpretation:
Die eigenen Gedanken (Wünsche) formen die Realität, die uns umgibt. Solaris wirkt dabei als ein Gedanken-Materie-Generator, der die stark vermissten (da verstorbenen) Personen aus den Erinnerungen der Sehnsüchtigen wiedererschafft.
Es stellt sich nun die Frage: "Handelt" Solaris bewusst, oder wirkt er nur also Katalysator?
Ich halte letzteres für wahrscheinlicher.
tuennes: Re: Interpretationen... erstellt am: 10.03.2003 - 00:06:00
Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich die ganzen Verisse des Films nicht nachvollziehen kann. Thematisch und ästhetisch hat mich Solaris ebenfalls sehr an Kubricks 2001 erinnert. Langsame Kamerafahrten, langsame Schnitte, weißlastige Bilder, Stille. Auch inhaltlich gibt es Parallelen wenn man von höheren Daseins-/Bewustseins-/Wasauchimmer-Ebenen spricht. Was etwas mystisch und wortkarg daherkommt muss dann auch nicht immer einfach (oder überhaupt) zu verstehen sein. Sicher hat der Film keinen einfachen Handlungsfaden, es passiert nicht viel. - Trotzdem ist er nicht langweilig, wenn man sich gerade darauf einlässt. Ich finde, dass man viel zu selten Filme sieht, die etwas anders sind.
Ansonsten muss ich dem Interpretationsansatz von cooltomy zustimmen, Solaris als Katalysator, der aus den Gedanken und Sehnsüchten der Menschen tatächliche Dinge erschafft. Die Menschen nun so in ihrem Dasein gefangen, dass sie gerade damit nicht zurecht kommen. Die Sehnsucht von Chris hingegen ist so groß, dass er schließlich in Solaris aufgeht und somit mit seiner Rheya für immer vereint sein kann. - Wenn das nicht Liebe ist... ;-)
Kai: Re: Interpretationen... erstellt am: 10.03.2003 - 09:59:08
wo gabs denn Verisse zum Film?
tuennes: Re: Interpretationen... erstellt am: 10.03.2003 - 11:31:22
Hmm, ich merke gerade, dass ich die Berichterstattung doch nicht so richtig verfolgt habe. Schlechte Krtitiken gibt es vor allem bei den Hobbykritikern. Aber das liegt vielleicht auch wirklich an der Natur des Films. - Ist halt nicht für jedermann und erfüllt nur Bedingt die durch andere SF-Filme geprägten Erwartungen... ;-)

http://www.filmspiegel.de/filme/filme.php?id=35
http://www.paderkino.de/kritiken/03/solaris.html

Die Profis finden den Film irgendwie auch alle ganz interessant:
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,238908,00.html
http://www.zeit.de/2003/11/Solaris
Kai: Re: Interpretationen... erstellt am: 10.03.2003 - 12:59:50
also die Kritik bei Filmspiegel.de fand ich wirklich interessant, vor allem den Anfang (@Gregor - unbedingt lesen!) sehr witzig.
Ich bin nun mal bei Filmen oft sehr auf Formales, bzw. auf die filmische Umsetzung fixiert - die von Sonderbergh in diesem Film ziemlich gut beherscht wird - inwiefern der Film die Buch-Vorlage trifft kann ich mangels Wissen nicht sagen, aber ich habe sie mir jetzt gekauft...

Übrigens: die Gestalten die auf der Prometheus entsehen sind laut einer amazon.de Kritik des Buches verdrängte Schuldgefühle der Besatzung - auch eine gute Theorie wie ich finde...
tuennes: Re: Interpretationen... erstellt am: 17.03.2003 - 14:50:01
@Kai: Dadurch würde der Film natürlich einen ganz anderen Touch bekommen. Das Opfer von Chris zum Ende wäre dann weniger die Wiedervereinigung mit Rheya, sondern eher eine Katharsis, durch die er sich für immer von seiner Schuld befreien kann...
DejaVu: Re: Interpretationen... erstellt am: 25.10.2003 - 12:53:37
ich fand den film leider schwach, da er überhaupt nicht an das buch herankommt. er beleuchtet nicht annähernd alle aspekte des buches.


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