Surrogates - Mein zweites Ich | Originaltitel: Surrogates | Produktion: USA 2009 | Dauer: 88 Minuten | Besucher: 1345
Starttermin: Starttermin, Deutschland: 21.01.2010
Genres: Action, Thriller, Sci-Fi
Bewertungen: willtippin: 6.0 | dreamfall: 6.0 | Anaijavi: 5.0
| Cast: | Crew: | |||||||||||||||||||||||||||||
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Kurzkritik
Was passiert, wenn sich das "Second Life" aus der Virtualität in die Realität verlagert? Diese Frage greift der Science-Fiction-Thriller "Surrogates" auf. Als FBI-Agent in der Zukunft kommt Bruce Willis einer Verschwörung auf die Spur - und ermittelt mit seinen beiden Ichs.
In der nahen Zukunft interagieren die Menschen nur noch mittels ferngesteuerter Roboter, die äußerlich beliebig den Wünschen des Benutzers angepasst werden können. Während sich diese Surrogates durch die Straßen bewegen, bleibt der Operator einfach zu Hause - sicher vor den Gefahren der realen Welt. Als eines Tages zwei Surrogates vor einem Nachtklub angegriffen und zerstört werden, ermitteln die FBI-Agenten Tom Greer (Bruce Willis) und Jennifer Peters (Radha Mitchell) in dem Fall. In den Wohnungen der Benutzer stoßen sie schließlich auch auf deren echte Leichen. Wie sich herausstellt, ist einer der Getöteten der Sohn von Lionel Canter (James Cromwell), dem Erfinder der Surrogates. Den Ermittlern wird zunehmend klar, dass sie auf eine groß angelegte Verschwörung gestoßen sind - und schon bald ist Greer gezwungen, erstmals seit langer Zeit das Haus ohne Surrogate zu verlassen...
In welche Richtung entwickeln sich Online-Rollenspiele und virtuelle Welten wie "Second Life" in den nächsten Jahren weiter? Wie sehen die sozialen Netzwerke der Zukunft aus? Welche Auswirkungen hat das auf die zwischenmenschliche Kommunikation? Ausgehend von diesen recht interessanten Fragen, entwirft der Science-Fiction-Film "Surrogates" ein plausibel erscheinendes Szenario - und gibt mögliche Antworten darauf. Die Menschen der Zukunft steuern ihre Avatare nicht mehr innerhalb von virtuellen Welten, sondern besitzen mit ihrem Surrogate ein zweites Ich, das sie stellvertretend für sich selbst in der Realität bewegen. Es besteht kein Risiko von Krankheitsinfektion, Behinderungen spielen im täglichen Leben keine Rolle mehr, und jeder kann seinen Roboter so makellos und attraktiv gestalten, wie er möchte.
Doch wie wirkt sich das auf das familiäre Leben im eigenen Zuhause aus? Führt die zunehmende Technologieabhängigkeit zu einer Entfremdung von sich selbst? Dienen die Surrogates nicht einfach nur der Realitätsflucht? Solche sozialkritischen Aspekte werden im Film - wenn überhaupt - leider nur sehr oberflächlich angesprochen. Dabei bietet die Geschichte von "Surrogates", die übrigens auf einem Comic basiert, doch eigentlich viel Potenzial, um kontroverse Ansichten herauszuarbeiten. Immerhin werden durch "The Prophet" (Ving Rhames), den Anführer einer Surrogates-Gegenbewegung, auch kritische Stimmen geäußert. Aber das reicht leider nicht für einen ausgewogenen und stimmigen Film.
Das zweite große Problem von "Surrogates" sind die dramaturgischen Mängel im Mittelteil. Die dokumentarische Einführung in die Welt von morgen ist durchaus gelungen, und auch die sich entwickelnde Kriminalgeschichte hat einen gewissen Reiz, aber das Ganze wirkt schon bald recht seelenlos. Die Figuren bleiben blass und sind für den Zuschauer nie wirklich greifbar. Zwar ist der Kontrast zwischen der auf Hochglanz polierten Außenwelt, in der sich die Surrogates bewegen, und den meist etwas heruntergekommenen Wohnungen der Operator gut in Szene gesetzt, aber die dadurch angedeuteten tragischen Schicksale der Charaktere berühren einen dennoch nicht. Wenigstens gibt es zum Schluss hin einige kleinere Überraschungen hinsichtlich der Figuren, und auch das Ende kann vollends überzeugen.
Handwerklich ist der Film deutlich besser geraten als erzählerisch. Regisseur Jonathan Mostow, der durch seine Inszenierung von "Terminator 3" bereits Erfahrung damit hatte, wie man menschlich aussehende Maschinen in Szene setzt, hat auch bei "Surrogates" solide Arbeit geleistet. Die Atmosphäre ist in sich schlüssig, die Schauplätze sind recht abwechslungsreich - wenn auch manchmal etwas zu bunt geraten -, die Actionsequenzen überzeugen, und die Spezialeffekte fügen sich passend ins Gesamtbild. Aus dem mäßigen Drehbuch hat er wirklich herausgeholt, was möglich war.
Ein großer Pluspunkt von "Surrogates" ist Hauptdarsteller Bruce Willis, der den FBI-Agenten Tom Greer stets glaubwürdig mimt. Zum Ende hin darf er auch wieder einmal in seine Paraderolle als Actionheld schlüpfen und in bester "Stirb langsam"-Manier die Schurken bekämpfen. Die Ähnlichkeit mit John McClane ist wirklich unübersehbar, und man wartet eigentlich nur noch darauf, dass er "Yipee-yi-yea, Schweinebacke!" sagt. Auch die übrigen Schauspieler wie Radha Mitchell ("Mann unter Feuer"), James Cromwell ("L.A. Confidential") und Rosamund Pike ("Stolz und Vorurteil") bieten gute Leistungen und werden ihren Figuren gerecht.
Fazit: "Surrogates" ist ein durchschnittlicher Science-Fiction-Thriller mit inhaltlichen Mängeln und erzählerischen Längen, der aber vom wirklich gelungenen Ende und einem tollen Bruce Willis profitiert.
In der nahen Zukunft interagieren die Menschen nur noch mittels ferngesteuerter Roboter, die äußerlich beliebig den Wünschen des Benutzers angepasst werden können. Während sich diese Surrogates durch die Straßen bewegen, bleibt der Operator einfach zu Hause - sicher vor den Gefahren der realen Welt. Als eines Tages zwei Surrogates vor einem Nachtklub angegriffen und zerstört werden, ermitteln die FBI-Agenten Tom Greer (Bruce Willis) und Jennifer Peters (Radha Mitchell) in dem Fall. In den Wohnungen der Benutzer stoßen sie schließlich auch auf deren echte Leichen. Wie sich herausstellt, ist einer der Getöteten der Sohn von Lionel Canter (James Cromwell), dem Erfinder der Surrogates. Den Ermittlern wird zunehmend klar, dass sie auf eine groß angelegte Verschwörung gestoßen sind - und schon bald ist Greer gezwungen, erstmals seit langer Zeit das Haus ohne Surrogate zu verlassen...
In welche Richtung entwickeln sich Online-Rollenspiele und virtuelle Welten wie "Second Life" in den nächsten Jahren weiter? Wie sehen die sozialen Netzwerke der Zukunft aus? Welche Auswirkungen hat das auf die zwischenmenschliche Kommunikation? Ausgehend von diesen recht interessanten Fragen, entwirft der Science-Fiction-Film "Surrogates" ein plausibel erscheinendes Szenario - und gibt mögliche Antworten darauf. Die Menschen der Zukunft steuern ihre Avatare nicht mehr innerhalb von virtuellen Welten, sondern besitzen mit ihrem Surrogate ein zweites Ich, das sie stellvertretend für sich selbst in der Realität bewegen. Es besteht kein Risiko von Krankheitsinfektion, Behinderungen spielen im täglichen Leben keine Rolle mehr, und jeder kann seinen Roboter so makellos und attraktiv gestalten, wie er möchte.
Doch wie wirkt sich das auf das familiäre Leben im eigenen Zuhause aus? Führt die zunehmende Technologieabhängigkeit zu einer Entfremdung von sich selbst? Dienen die Surrogates nicht einfach nur der Realitätsflucht? Solche sozialkritischen Aspekte werden im Film - wenn überhaupt - leider nur sehr oberflächlich angesprochen. Dabei bietet die Geschichte von "Surrogates", die übrigens auf einem Comic basiert, doch eigentlich viel Potenzial, um kontroverse Ansichten herauszuarbeiten. Immerhin werden durch "The Prophet" (Ving Rhames), den Anführer einer Surrogates-Gegenbewegung, auch kritische Stimmen geäußert. Aber das reicht leider nicht für einen ausgewogenen und stimmigen Film.
Das zweite große Problem von "Surrogates" sind die dramaturgischen Mängel im Mittelteil. Die dokumentarische Einführung in die Welt von morgen ist durchaus gelungen, und auch die sich entwickelnde Kriminalgeschichte hat einen gewissen Reiz, aber das Ganze wirkt schon bald recht seelenlos. Die Figuren bleiben blass und sind für den Zuschauer nie wirklich greifbar. Zwar ist der Kontrast zwischen der auf Hochglanz polierten Außenwelt, in der sich die Surrogates bewegen, und den meist etwas heruntergekommenen Wohnungen der Operator gut in Szene gesetzt, aber die dadurch angedeuteten tragischen Schicksale der Charaktere berühren einen dennoch nicht. Wenigstens gibt es zum Schluss hin einige kleinere Überraschungen hinsichtlich der Figuren, und auch das Ende kann vollends überzeugen.
Handwerklich ist der Film deutlich besser geraten als erzählerisch. Regisseur Jonathan Mostow, der durch seine Inszenierung von "Terminator 3" bereits Erfahrung damit hatte, wie man menschlich aussehende Maschinen in Szene setzt, hat auch bei "Surrogates" solide Arbeit geleistet. Die Atmosphäre ist in sich schlüssig, die Schauplätze sind recht abwechslungsreich - wenn auch manchmal etwas zu bunt geraten -, die Actionsequenzen überzeugen, und die Spezialeffekte fügen sich passend ins Gesamtbild. Aus dem mäßigen Drehbuch hat er wirklich herausgeholt, was möglich war.
Ein großer Pluspunkt von "Surrogates" ist Hauptdarsteller Bruce Willis, der den FBI-Agenten Tom Greer stets glaubwürdig mimt. Zum Ende hin darf er auch wieder einmal in seine Paraderolle als Actionheld schlüpfen und in bester "Stirb langsam"-Manier die Schurken bekämpfen. Die Ähnlichkeit mit John McClane ist wirklich unübersehbar, und man wartet eigentlich nur noch darauf, dass er "Yipee-yi-yea, Schweinebacke!" sagt. Auch die übrigen Schauspieler wie Radha Mitchell ("Mann unter Feuer"), James Cromwell ("L.A. Confidential") und Rosamund Pike ("Stolz und Vorurteil") bieten gute Leistungen und werden ihren Figuren gerecht.
Fazit: "Surrogates" ist ein durchschnittlicher Science-Fiction-Thriller mit inhaltlichen Mängeln und erzählerischen Längen, der aber vom wirklich gelungenen Ende und einem tollen Bruce Willis profitiert.
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