Plakat WantedWanted | Originaltitel: Wanted | Produktion: USA, Deutschland 2008 | Dauer: 110 Minuten | Besucher: 4834
Starttermin: Starttermin, Deutschland: 04.09.2008
Genres: Action, Thriller, Drama
Bewertungen: Sebenika: 7.5 | willtippin: 7.5 | Cathrine: 7.0 | dreamfall: 6.5 | DejaVu: 6.5 | Anaijavi: 6.0 | chifan: 6.0 | Kai: 5.5 | ZONNEY: 5.0 | DiamondDog: 4.5 | cooltommy: 3.0

Bewertungsübersicht:
Gesamteindruck: 5.91 (11)

Cast: Crew:
James McAvoyWesley Allan Gibson
Morgan FreemanSloan
Angelina JolieFox
Terence StampPekwarsky
Thomas KretschmannCross
Kristen HagerCathy
Regisseur
Timur Bekmambetov
Filmmusik
Danny Elfman
Drehbuch
Michael Brandt
Derek Haas
Chris Morgan






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Kai: naja... erstellt am: 11.09.2008 - 17:48:03
Zu Beginn fand ich den Film ja noch ganz witzig (Buchhalter entdeckt welche Talente er wirklich hat), aber im weiteren Verlauf wird dann eigentlich nur noch wenig motivierend geballert. Die Story die das das Geballere erklären soll ist ziemlich hanebüchen und wenig innovativ. Auch die "überaschende" Wendung im Stil von "Luke, ich bin dein Vater" kann da nichts mehr retten.
chifan: RE: naja... erstellt am: 15.09.2008 - 18:18:44
Also über die strunzdumme Story kann man ja noch hinwegsehen. Was mir aber besonders negativ aufgefallen ist, war diese Verherrlichung von Gewalt im Film. Dazu muss ich sagen, dass ich Filme wie z.B. Planet Terror mag. Der Unterschied ist aber, dass in letzterem die Gewaltdarstellung völlig überzogen und damit lächerlich ist. Bei "Wanted" wirkt sie (für mich) ganz anders. Hier stellt sie etwas cooles und hippes dar, sie sorgt dafür sich positiv von der Masse abzuheben. Aussagen wie, "Früher war ich genauso langweilig wie ihr" o.s.ä., finde ich doch recht fragwürdig. Da braucht man sich auch nicht über die zunehmende Verrohung und Verdummung zu wundern. Oder habt ihr das anders gesehen?
willtippin: RE: naja... erstellt am: 15.09.2008 - 21:36:09
Ich denke nicht, dass man Filme wie "Wanted" für die "zunehmende Verrohung und Verdummung" verantwortlich machen kann. Der Einfluss, den (Gewalt-)Filme und Videospiele auf uns haben, wird allgemein viel zu sehr überschätzt. Als im April 2002 der Amoklauf in Erfurt stattfand, wurde dieses Thema ja sehr ausgiebig in den Medien behandelt. Die Ursachen für Gewaltbereitschaft, "Verrohung und Verdummung" sind eher im sozialen Umfeld und in bestimmten Lebensumständen zu suchen.
Natürlich ist es grenzwertig, wenn Gewalt dazu eingesetzt wird, möglichst coole Unterhaltung zu erzeugen. Aber für mich liegen "Planet Terror" und "Wanted" von der Art, wie ich sie wahrnehme bzw. wie sie auf mich wirken, gar nicht so weit auseinander. Beide präsentieren "unrealistische" Szenarien und spielen in "erschaffenen Welten", so dass die Gewalt in dem Sinne auch etwas Surreales hat und somit nicht verherrlicht wird. Bedenklich sind da eher Filme wie "Death Sentence - Todesurteil (Death Sentence)", die Gewalt und Brutalität auf einer realistischen Ebene darstellen. Hier verübt Kevin Bacon alias Nicholas Hume Selbstjustiz und rächt den Mord an seinem Sohn. Was eigentlich recht gelungen und psychologisiert anfängt, entwickelt sich dann aber zum reinen Abschlachten, ohne dass noch irgendeine Motivation dafür erkennbar ist. Die Gewalt verkommt zum reinen Selbstzweck und wird dadurch verherrlicht. Bei "Wanted" empfand ich das nicht so.
Was mir an dem Film sehr gut gefiel, waren vor allem seine Optik und die streckenweise sehr mitreißende Dynamik. Storytechnisch bot er in der Tat nichts Neues, und zum Ende hin gab es auch einige Längen, aber der unverkennbare Stil, den Regisseur Timur Bekmambetov schon mit "Wächter der Nacht (Nochnoj dozor)" und "Wächter des Tages (Dnevnoy dozor)" etabliert hat, bot einfach mal wieder eine nette Abwechslung zu den eher konventionellen Action-Thrillern.
chifan: RE: naja... erstellt am: 15.09.2008 - 22:42:47
Ich wollte natürlich Filme an sich und "Wanted" insbesondere nicht für die Verrohung verantwortlich machen. Dass die Problematik vielschichtiger ist und vor allem nicht auf Filme und Videogames zu reduzieren ist, ist ja klar. Aber man kann ihnen auch nicht jedweden Einfluss absprechen. Und ob nun gewisse Äußerungen - wie die von mir erwähnte - unbedingt notwendig waren, möchte ich bezweifeln.
Ich sehe die Art der Gewalt bei beiden Filmen schon anders. Denn auch wenn das Setting von Wanted fiktiv ist - sind im Endeffekt nicht alle Welten fiktiv, selbst wenn sie in einer realistischen Welt spielen? - ist im Speziellen die Art der Gewaltdarstellung im Gegensatz zu Planet Terror keine unrealistische. Letztlich geht es hier nur darum möglichst cool Leute wegzuballern (von den geäußtern zweifelhaften Gedanken noch abgesehen). Das mag man Planet Terror in gewisser Weise auch vorwerfen, aber dadurch dass sie hier so überspitzt und extrem ist, lässt sich hier überhaupt kein realistischer Bezug herstellen.
tuennes: RE: naja... erstellt am: 15.09.2008 - 23:15:26
@willtippin: Darüber, wie groß der Einfluss von Gewaltspielen und -filmen auf Heranwachsende ist, gibt es in der Wissenschaft durchaus unterschiedliche Meinungen. Das letzte, was ich dazu gehört habe, gibt einem doch sehr zu denken. - Vor allem, weil es Bevölkerungsschichten gibt, in denen es den Eltern egal ist, was als FSK-Angabe auf den Verpackungen steht.
Insofern kann man zu "Wanted" nur sagen, dass der Film halt ab 18 ist, und dass ihn Jugendliche nicht kucken sollten. Punkt!


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